Freiwillige Feuerwehr Leonberg
Einsatzbilder

Abgerissene Stromleitung blockiert die A8

Einsatzdaten:
  • Alarmzeit: 11:03
  • Datum: 03.08.2004
  • Einsatzort: BAB 8, bei km 217
  • Stichwort: Kleinbrand
Eingesetzte Fahrzeuge:
  • TLF 24/50 Leonberg
  • TLF 16/25 Leonberg
  • DLK 23/12-n.B. Leonberg

Einsatzbericht:
    Die Leitstelle Böblingen alarmierte die Feuerwehr Leonberg mit der Meldung: "Flächenbrand neben der A8 in Richtung Karlsruhe, bei km 217." Beim Eintrefen der Feuerwehr lag eine abgerissene Starkstromleitung quer über der Fahrbahn. Die Böschung links und rechts der Autobahn brannte. Die Feuerwehr löschte den Kleinbrand, während die Polizei die Sperrung der gesamten BAB 8 in diesem Bereich übernahm. Wegen der Gefährdung durch den elektrischen Strom wurden auch der Rettungsdienst und der Ortsverein des DRK Leonberg an die Einsatzstelle beordert. Nachdem die Leitung durch den Energieversorger freigeschalten war unterstützte die Feuerwehr die Techniker des Energieversorgers mit der Drehleiter, da auch die restlichen Leitungen gekappt werden mussten.

    Bericht aus der Leonberger Kreiszeitung

    Abgerissene Stromleitung blockiert die Autobahn

    LEONBERG - Ein abgerissenes Stromkabel sorgte gestern Mittag für Aufregung: Ein Baggerfahrer hatte eine 20 000-Volt-Leitung auf Höhe des Silberbergs abgetrennt. Das Kabel landete auf der Autobahn, eine Vollsperrung des Verkehrs war die Folge. Schnell gelöscht war ein in Brand geratenes Feld, während Stromausfälle die umliegenden Gemeinden bis in den Nachmittag hinein lahm legten.

    Von Michael Schmidt

    In einem Punkt waren sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr Leonberg gestern einig: "Zum Glück traf das keinen Autofahrer. Wenn der dann ausgestiegen wäre, wäre es aus gewesen', meinten Feuerwehrleute nach dem ungewöhnlichen Einsatz. Gegen 11 Uhr hatte ein Baggerfahrer in Höhe des Silberbergs entlang der A 8 Unterholz gerodet. Die Arbeiten dienen der Vorbereitung für den Ausbau der A 8, der im Herbst starten soll. Offensichtlich war der 53-jährige Baggerführer mit dem Ausleger seines 23-Tonnen-Baggers so unglücklich an das Kabel geraten, dass die 20 000-Volt-Leitung auf die Autobahn fiel. Die Strom führende Leitung setzte zunächst ein Feld in Brand und schmorte einen daumendicken Spalt in den Stahl der Mittelleitplanke. Obwohl noch einige Autofahrer über das Kabel gerollt waren, passierte ihnen nichts. Der Baggerfahrer konnte sich ebenso unversehrt aus seiner Maschine retten. Die Leonberger DRK-Schnelleinsatzgruppe, die vorsorglich alarmiert wurde, musste nicht eingreifen. Die Polizei sperrte die Autobahn weiträumig ab, per Verkehrsfunk wurden die Autofahrer gewarnt, die Leitplanken zu berühren - was einige Lastwagenfahrer in dem auflaufenden Stau nicht davon abhielt, auf den Metallschienen ihre Mittagspause zu verbringen.

    Erst gegen 11.30 Uhr gelang es den Technikern der Energie Baden-Württemberg (EnBW) per Notabschaltung die Leitung vom Stromnetz abzuklemmen. Daraufhin fiel im Silberberg und in weiten Teilen von Rutesheim der Strom aus. Die Ausfälle zogen sich durch "Folgefehler' im Stromnetz der EnBW weiter bis nach Perouse und Flacht. Auch Renningen samt Industriegebiet war von den Stromausfällen betroffen, berichtet der Sprecher der EnBW-Regional AG, Jürgen Kaub. Die meisten Stromkunden hatten erst gegen 13.30 Uhr endgültig wieder Energie.

    Mit gehörigem Sicherheitsabstand und großflächigem Strahl hatte die Leonberger Feuerwehr derweil ein Ausbreiten des Flächenbrandes an der Notfallstelle verhindert. Anschließend sicherten die Wehrleute das abgerissene Kabel und halfen den EnBW-Technikern mit der Drehleiter, die Strommasten zu sichern. Weil die Isolatoren aller drei Leitungsseile beschädigt waren, mussten auch die anderen Stränge demontiert werden. Dazu musste dann nochmals die Autobahn gesperrt werden, berichtet die Autobahnpolizei.

    Ein Polizeihubschrauber informierte rasch über die Folgen der einstündigen Vollsperrung: neun Kilometer Stau in Richtung München, sieben Kilometer Rückstau bis ans Vaihinger Kreuz. Auch die Umleitungsstrecken waren überlastet.