Freiwillige Feuerwehr Leonberg

Neuer Lehrgang für Atemschutzgeräteträger

  • Bericht vom 06.03.2004
  • Lehrgang „Atemschutzgeräteträger“ mit neuen Inhalten

    Wie jedes Jahr Anfang März, so hat auch dieses Jahr am Ausbildungsstützpunkt Leonberg ein Lehrgang „Atemschutzgeräteträger“ stattgefunden. Seit diesem Lehrgang gibt es gravierende Änderungen in den Inhalten der Ausbildung. Am Ausbildungsstützpunkt Leonberg werden ab diesem Jahr die Atemschutzausbildungen nach den neuen Vorgaben und Themeninhalten der neuen Feuerwehrdienstvorschrift 2 „Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr“ umgesetzt.

    Die wohl größte Umstellung im Stundenplan stellt die Erhöhung der Lehrgangsstunden dar. So umfasst der neue Lehrgang nicht wie bisher 20, sondern 25 Stunden. Ebenso haben sich die Unterrichtsinhalte geändert. Man will mit den neuen Inhalten näher hin zur Praxis und weg von der bisher theorielastigen Ausbildung. So musste der bisher in der Ausbildung verwendete Stundenplan komplett überarbeitet werden um der Anforderung nach Praxisnähe gerecht werden zu können. Da sich bei den an der „Zentralen Atemschutzwerkstatt“ Leonberg angeschlossenen Feuerwehren die Überdrucktechnik bei Pressluftatmern überwiegend durchgesetzt hat, und die Lehrgangsteilnehmer aus diesen Wehren stammen, wurde ein verstärktes Augenmerk auf den Umgang mit dieser Technik gelegt. Die Überdrucktechnik macht zum Beispiel eine Lehrplaneinheit, die sich mit der Maskendichtprobe im Tränengas befüllten Raum befasste, überflüssig. Daher entstand Platz für neue Lehrinhalte. Hier fließen nun Inhalte, wie zum Beispiel das notfallmäßige Umkuppeln der Atemanschlüsse, ein was bisher bei den Grundausbildungen aus Zeitmangel nicht ausreichend angesprochen und geübt werden konnte.

    Viel Zeit wird von modernster Atemschutzüberwachungstechnik, wie „elektronischen Helfern“ (ICU, Bodyguard), die an Pressluftatmern angeschlossen ist benötigt. Durch sie können zusätzlich die Jacken-Innentemperatur, maximale Resteinsatzzeit und einige weitere Punkte abgefragt werden. Dies ist bei Geräten, die nur mit einem Manometer ausgestattet sind nicht möglich. Diese moderne Technik hilft dem Atemschutzgeräteträger aber nur dann, wenn er den Umgang mit ihr auch beherrscht. Daher hat man sich dazu entschlossen dieser Technik ein verstärktes Augenmerk zu widmen und den Umgang intensiv zu trainieren.

    In die Grundausbildung sind auch Inhalte eingeflossen, die früher erst in weiterführenden Lehrgängen vermittelt wurden. Insbesondere ist hier die Vorgehensweise in Brandräumen neu zu der Thematik der Geräteträgerausbildung hinzugekommen. Dieses „Flashovertraining“ war früher nur Teil entsprechender Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal.

    Zum Abschluss der Ersten Ausbildung nach neuen Richtlinien wurde eine Übung in einem zum Abriss vorgesehen Gebäude durchgeführt. Das Objekt wurde in 3 verschiedene Einsatzabschnitte unterteilt, um verschiedene Situation realitätsnah darzustellen. Im Keller wurde ein Holzfeuer geschürt um einen Kellerbrand zu simulieren. Im 1. Obergeschoss war eine verrauchte Wohnung mit vermissten Personen nachgestellt. Die Verrauchung wurde hier mit einer Nebelmaschine erzeugt. In der Dachgeschosswohnung, die ebenfalls mit einer Nebelmaschine verraucht wurde, war außerdem eine gasbetriebene, mobile Brandstelle in einem Raum aufgebaut, um die Auszubildenden auch hier mit „realen“ Flammen zu konfrontieren. Hier musste von den Lehrgangsteilnehmern abermals ein Dummy aus der Wohnung gerettet werden.

    Die Ausbildungsgruppen hatten am Samstagnachmittag drei Einsatzübungen zu absolvieren, sodass jede Gruppe jedes Einsatzszenario einmal durchlaufen musste. Bei diesen extremen aber jederzeit realistischen Einsatzszenarien wurde den Lehrgangsteilnehmer ihr gesamtes Wissen, dass sie während der Ausbildungswoche erlernt hatten, abverlangt.

    In der Lehrgangs - Abschlussbesprechung haben sich die Lehrgangsteilnehmer sehr positiv über den neu gestalteten Lehrgang geäußert. Besonders gelobt wurde die sehr realitätsnah gestaltete Abschlussübung.

    Für diese Grundausbildung war es ein glücklicher Umstand, dass ein solch ideales Übungsobjekt, wie es ein Abbruchgebäude darstellt, zur Verfügung stand. Wegen der positiven Rückmeldung der Teilnehmer wird man auch zukünftig darum bemüht sein, geeignete Objekte für folgende Geräteträgerlehrgänge ausfindig zu machen.

    Durch immer wieder neu aufkommende Vorgehensweisen und immer moderner werdende Technik, wird dieses Wissen zu allererst von den Ausbildern abverlangt. Daher ist es unerlässlich, dass sie sich ständig weiterbilden, um diese Erkenntnisse und technischen Neuerungen an die Lehrgangsteilnehmer weitergeben zu können.
  • Bilder
  • Teilnehmer des Lehrganges
  • Der Trupp beim Einschätzen der Lage
  • Der Ausbilder gibt Instruktionen beim Vorgehen
  • Eine Übungseinheit bei der Nachbesprechung
  • Das Übungsobjekt von außen